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Willfried Höntzsch: „Trödeln und erinnern“

Willfried Höntzsch: „Bei uns werden die Besucher an persönliche Erlebnisse vergangener Zeiten erinnert und oft finden sie Stücke, die es nur hier gibt und die sie sogar kaufen können.“ Willfried Höntzsch: „Bei uns werden die Besucher an persönliche Erlebnisse vergangener Zeiten erinnert und oft finden sie Stücke, die es nur hier gibt und die sie sogar kaufen können.“ Foto: Peter Noack

Stolzenhain 17.05.2018 In der Regel findet jedes zweite Wochenende im Monat Samstag und Sonntag in 04932 Röderland, Ortsteil Stolzenhain, Am Sportplatz 1, der Flohmarkt des Kultur- und Trödelvereins Stolzenhain statt. Gleichzeitig kann man hier das Sammelsurium der vergangenen Ausstellungen aus DDR-Zeit besichtigen. Willfried Höntzsch hat diesen Markt mit Museum mit Gleichgesinnten ins Leben gerufen.

SWB: Herr Höntzsch, wie ist Ihr Trödelmarkt entstanden?
Willfried Höntzsch: „Die Wurzeln liegen im Jahre 1986. Damals haben wir zu unserem traditionellen Sommerfest, seit 1970 jedes zweite Wochenende im August, in der Gemeinde auf dem Sportplatz den ersten Flohmarkt mit über 100 Händlern organisiert. Der Besucheransturm war enorm. Zu DDR-Zeiten traten zum Sommerfest z. B. Monokel, Lutz Jahoda oder Eberhard und Stefanie Hertel auf. Unsere Stammkapelle waren die Lößnitzer Musikanten. 1990 trat das Naabtalduo bei uns zum ersten Mal auf einer Freitanzdiele in der DDR auf. Tommy Steiner war 1991 hier. Die Wende 1990 brachte viel Neues, aber vieles Traditionelles und auch Schönes fiel zum Opfer, so auch unser Sommerfest in dieser Größenordnung. Jetzt organisiert der Sportverein ein Sport- und Sommerfest jedes Jahr im Juli. Meine Frau übernahm 1990 die ehemalige Gaststätte und 2007 erwarben wir das Nachbargrundstück, den heutigen „Röderschänkenhof“. Auf diesem Grundstück organisierte der Kultur- und Trödelverein, dessen Vorsitzender ich bin, im Dezember 2009 einen Weihnachtsmarkt mit meinem alten Freund Karel Hulinsky, der die Weihnachtslieder sang, und vielen Händlern. Die Resonanz war gut und so wurde es zur Tradition einen Flohmarkt zu organisieren. Die musikalischen Unterhaltungen mussten wir auf Grund der hohen Gema-Kosten streichen.“
Ist denn der Trödelmarkt erfolgreich?
„Solche Resonanz wie zu DDR-Zeiten hatten wir bisher noch nie. Durch das Fernsehen wird ja durch ,Bares für Rares‘ oder ,Das Geld liegt im Keller‘ das große Geschäft mit alten Dingen propagiert, aber die Realität sieht anders aus! Wir machen alles ehrenamtlich. Der Eintritt ist frei und wir kassieren auch keine Standgebühr. Ein durch unseren Verein selbst gebautes  Kinderkarussell wird mit einem DDR-Minifahrrad angetrieben  und wenn es  Vati oder Opa in Bewegung setzt, macht es doppelt Spaß. Die Kinder können Tretautos, Roller oder Dreiräder kostenlos nutzen. Die Museumsgaststätte Röderschänke versorgt die Besucher und wir verfügen über kostenlose Parkplätze an der Halle. Bei unseren Flohmärkten kann jeder mitmachen. Flohmarkthändler sollten sich unter (03533) 8328 anmelden.“
Ihr Verein hat auch ein DDR-Museum. Was gibt’s da zu sehen?
„Neben einem Wohnzimmer aus den siebziger Jahren oder einem Schlafzimmer anno 1930 auf dem Röderschänkenhof ist die Röderschänke auch als Museum einen Besuch wert. Gesammelt wird für das Museum alles aus der DDR – von A wie Abzeichen bis Z wie Zeitungen. Wer noch solche Zeitzeugen aus der DDR-Zeit hat und die nicht wegwerfen möchte, kann diese für das Museum mitbringen. Besonders stolz sind wir auf die  Kuckucksuhrenwand, mit der größten Kuckucksuhr Brandenburgs. Wir möchten mit unserem Sammelsurium erreichen, dass 40 Jahre DDR nicht zum weißen Fleck in der Geschichte werden. In unserer Röderschänke kann man die Geschichte auch selbst erleben. Auf dem Röderschänkenhof können auch alte Traktoren und weitere landwirtschaftliche Gerätschaften, aber auch ein Trabi und Mazda als Tretautos bestaunt werden.“
Ihr Verein bietet auch thematische Feiern an?
„Da auch die Röderwirtin und Ihre Familienmitglieder unserem Verein angehören, konnten wir die Räumlichkeiten in der Gaststätte museal einrichten. Durch die Gestaltung und Ausstattung der Gaststätte ist es jetzt möglich, jeder Feierlichkeit seinen  eigenen Charakter zu verschaffen. Die Röderschänke bietet Räumlichkeiten für Feiern bis zu 120 Personen. Der Biergarten im Grünen rundet  ein besonderes Erlebnis ab. Auch für Rollstuhlfahrer ist unser Haus zugänglich. Öffnungszeiten der Museumsgaststätte ,Röderschänke‘ sind Freitag und Sonnabend ab 15 Uhr und Sonntag ab 10 Uhr. Weitere Öffnungszeiten für Feierlichkeiten und Führungen können unter Telefon (03533) 8328 oder über E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vereinbart werden.“
Was ist Pfingsten los auf dem Röderschänkenhof?
„Unser Flohmarkt  beginnt an beiden Pfingstfeiertagen 11 Uhr. Zur Treckerschau vom Lanz bis zum Eigenbau kann man am Pfingstsonntag Traktoren bestaunen und knattern hören. Der größte und modernste Traktor unserer Region ist dabei.“

Gespräch: Peter Noack